Mobile Communications Report 2016 - die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst

Ist der Hype um mobile Internetnutzung wirklich nur das – ein künstlich in den Mittelpunkt gerücktes Thema – oder ist mobil tatsächlich das neue Maß der Dinge? So wie es scheint eher Zweiteres, denn auch Google wertet in Zukunft mobile Webseiten als primären Index und schaut erst dann, ob es eine Desktop-Variante gibt. Wie mobil Österreich schon ist, zeigt der Mobile Communications Reports 2016, dessen wichtigste Ergebnisse wir hier zusammenfassen.

Schwerpunkte und Umfang des Mobile Communication Reports 2016

Der Mobile Communications Report 2016 der Mobile Marketing Association beleuchtet zum zehnten Mal das mobile Nutzungsverhalten der Österreicher. Gemeinsam mit MindTake Research wurden 1.015 Smartphone- und Handynutzer zwischen 15 und 69 Jahren befragt.

Die Schwerpunkte der Umfrage lagen einerseits auf der Internet- und App-Nutzung auf Smartphones, andererseits auf dem Einsatz von Wearables und „smarten“ Anwendungen zu Hause. Auch das Einkaufsverhalten per Smartphone sowie die Bereiche mobile Videonutzung und mobile Werbung wurden genauer unter die Lupe genommen. Alles in allem bietet der Mobile Communications Report 2016 also einen fundierten Überblick über die für Unternehmen relevante Nutzung von mobilen Endgeräten auf dem österreichischen Markt.

Mobile first

Das Internet ist überall in unserem Alltag vertreten, ein Smartphone steckt in jeder Hosentasche. Während vor einigen Jahren hauptsächlich Standcomputer genutzt wurden, werden heute entweder mehrere Geräte gleichzeitig verwendet oder die User nutzen (fast) ausschließlich das Smartphone. Das Smartphone ist gekommen um zu bleiben, wie wir bereits in diesem Beitrag festgehalten haben.

Für die meisten jungen Österreicher ist das Smartphone ein treuer Begleiter, bester Freund oder größter Problemlöser. Dem Mobile Communications Report 2016 zufolge nutzen bereits 92% der befragten Österreicher ein Smartphone und obwohl die Nutzung mit dem Alter abnimmt, liegt diese selbst bei den 60- bis 69-Jährigen bereits bei 78%. Neun von zehn Befragten greifen über das Handy auf das Internet zu – eine Steigerung von knapp 10% im Vergleich zum Vorjahr.

Egal, was dem Smartphone-Nutzer gerade in den Sinn kommt oder auf welches Problem er stößt, das Internet hat sicher eine Lösung parat. Sind Unternehmen hier nicht erreichbar und hilfreich, laufen Sie Gefahr potenzielle Kunden zu verlieren. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie dort präsent sein müssen, wo ihre Zielgruppe ist.

So haben 60% der mobilen Internet-User in den vergangenen sechs Monaten Preise von Produkten recherchiert und verglichen. Dennoch haben nicht alle User auch per Handy gekauft. Dazu greifen die Nutzer lieber auf den Laptop bzw. den PC zurück oder kaufen direkt im Geschäft. Vier von zehn Studienteilnehmer gaben an, dass sie sich nur informieren wollten. Insgesamt 53% der mobilen Nutzer greifen im Geschäft auf das Handy zurück und recherchieren vor allem Preise von Produkten (26%), informieren sich über Aktionen und Sonderangebote des Geschäfts (22%) oder suchen Informationen zu einem Produkt oder Service (20%).

Für ein Selfie ist das Smartphone immer griffbereit

Bei Apps trennt sich die Spreu vom Weizen

Der Groß­teil der befragten Nutzer hat viele Apps auf seinem Smartphone installiert. Das heißt aber nicht, dass sie auch all diese Apps regelmäßig nutzen. Ganz im Gegenteil: Die befragten User greifen auf einige wenige Applikationen auf ihren Smartphones zurück.

94% der mobilen Internetnutzer verwenden den Studienergebnissen zufolge Apps, wobei jedoch knapp ein Drittel angibt, in den letzten 30 Tagen nur rund drei bis fünf Apps genutzt zu haben.

Beim Ein- bzw. Ausschalten von Push-Benachrichtigungen sind die Smartphone-Nutzer eher selektiv. Push-Naxhrichten werden vor allem bei Messaging-Diensten (68%) und E-Mails (57%) eingesetzt, wohingegen nur 2,8% der Nutzer Push-Nachrichten für sonstige Apps freischalten.

Die meistgenutzte Social-Media-App ist WhatsApp, die neun von zehn der Befragten verwenden. mit 92% der befragten Nutzer. Im Vergleich zum Vorjahr (48%) ist das ein fulminanter Anstieg. Dahinter liegt Facebook mit 69% bei der Handynutzung über die App (2015: 32%), wobei 56% Facebook mehrmals wöchentlich aufrufen.

Mobile Videos gehen ab

Einer internationalen Studie des IAB zufolge verzeichnet mobile Videonutzung einen Zuwachs von 35% im Zeitraum von 2014 auf 2015. Dieser Studie mit dem Titel „Mobile Video Usage: A Global Perspective“ haben wir uns bereits in einem anderen Beitrag gewidmet, aber auch der Mobile Communications Report 2016 weist in dieselbe Richtung: Video am Smartphone wird regelmäßig und intensiv genutzt – mit steigender Tendenz. 67% der mobilen Internet-Nutzer besuchen gezielt Webseiten bzw. nutzen Apps um Videos anzusehen. Dabei zeichnet sich ein Altersgefälle ab: Je jünger die User sind, desto häufiger schauen sie Videos am Smartphone an.

Dabei handelt es sich meist um lustige Kurz- (56%), Musik- (39%) und selbstgedrehte Videos (33%) sowie um Tutorials (32%). Besonders beliebt sind Videos mit einer Länge von maximal fünf Minuten, die von 62% der Befragten zumindest einmal pro Woche genutzt werden. Bei längeren Videos sind es im Vergleich nur 30%.

Mobile Video-Nutzung hat viele Vorteile für die Rezipienten: Ob unterwegs oder parallel zu anderen alltäglichen Aufgaben, Videos auf dem Smartphone sind ein effizienter „Pausenfüller“. Gleichzeitig sind sie sie die schnellste und angenehmste Art um Nachrichten und Botschaften aufzunehmen – das aktive Zutun des Nutzers beläuft sich auf ein Minimum.

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Mobile Werbung – hat Potenzial!

42% der Studienteilnehmer nehmen mobile Werbung häufig oder sehr häufig wahr, jedoch empfinden gleichzeitig 78% von ihnen mobile Werbung als störend. Hier wird kritisiert, dass es allgemein zu viel Werbung auf mobilen Webseiten (71%) sowie in Apps gibt (69%). Das Thema Werbequalität spielt also auch am Smartphone eine entscheidende Rolle.

Was bei diesen Studienergebnissen klar herauskommt, ist, dass es einige mobile Content-Formate gibt, die besonders gerne in Anspruch genommen werden (so zum Beispiel Videos), wohingegen klassische Werbeformate auf mobilen Geräten eher missfallen. Die Zukunft der mobilen Werbung liegt demzufolge klar in einer Weiterentwicklung des bisherigen Zugangs. Wir haben bereits zuvor darauf hingewiesen, dass sich der Onlinewerbemarkt verändern muss, was die Ergebnisse des Mobile Communications Reports und viele andere Studien nur unterstreichen.

Je länger Werbetreibende diese Transformation aufschieben, desto schwieriger wird es für sie werden. Auch am österreichischen Werbemarkt heißt es „Survival of the Fittest“.